Freitag, 1. Dezember 2023

Neuzeit

Bauwesen

Das Paradies und die goldene Zeit wurden allein in der Vergangenheit vermutet, von der Gegenwart wurde wenig erwartet. Die Christen erwarteten die Wiederkunft des Herrn, wurden aber mit der sich hinziehenden Zeit auf eine arge Probe gestellt. Zur Zeit der Aufklärung, der Lumières, entschloß man sich, angeführt von Descartes, der die Welt als Geschenk allein an die Menschen verstand, das Problem selbst in die Hand zu nehmen. Nicht alle freilich waren in dieser Weise gestimmt, Rousseau etwa überläßt der Natur einen ihr eigenen Raum. Wenn aber der sogenannte Fortschritt einmal in Gang gekommen ist, kann er nicht mehr aufgehalten oder gar rückgängig gemacht werden, allerdings sollen und müssen offensichtliche Fehlentwicklungen, wie im Augenblick die Klimaerwärmung, auf dem Wege des Fortschritts gebremst werden. Das Ende der Entwicklung kann man nicht einmal erraten. Austerlitz ist von den Impulsen der Neuzeit und des Fortschritts wenig angetan, am allerwenigsten von Wolkenkratzern und ähnlichen Bauten. Er ist, schlicht gesagt, nicht angetan von der neuzeitlichen Entwicklung. Man könne gut sehen, wie der Mensch, im Gegensatz etwa zu den Vögeln, die Jahrtausende hindurch immer dasselbe Nest bauen, seine Unternehmungen rastlos vorantreibt weit über jede Vernunftgrenze hinaus. Man müßte einmal einen Katalog der Bauwerke erstellen, in dem sie ihrer Größe nach verzeichnet wären. Es seien allein die Bauwerke, die unter dem Normalmaß der der domestischen Architektur rangieren, die Feldhütte, die Eremitage, das Häuschen des Schleusenwärters und ähnliche, die wenigstens einen Abglanz des Friedens versprechen. Man mag dem Recht geben, die Entwicklung aber geht weiter  in die gegensätzliche Richtung, vielleicht zum Ende der Menschheit.

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