Morgenlicht
Nach eigener Auskunft hatte Austerlitz nie eine Uhr besessen, die Zeit war ihm nach allen Erfindungen die
weitaus künstliche gewesen. Die Zeit sei ein Strom wie die Themse, wo sei dann
aber der Ursprung der Zeit und in welches Meer würde sie endlich einmünden? Kaum
jemand, sollte man meinen, verwechselt noch die Erde mit der Welt, und wer es
tut der täuscht sich. Die Zeitenwelt ist uns verschlossen, das Wesen der Zeit
unbekannt. In unserem Blickwinkel haben wir nicht mehr die Welt, sondern die
zum Planeten herabgestufte Welt. Man muß sich mit kleineren Umständen zufrieden
geben. Hilfreich wäre das Erleben eines ständigen Neubeginn, am Ausgang der
Nacht zeigt sich ein neuer Tag, bekannt als nowy dzien. Die Navajos und andere
Stämme sind es gewohnt, tagtäglich das Morgenlicht zu preisen, auch Szerucki bemüht
sich um das Morgenlicht. Es scheint zu gelingen, aber dann zeigt sich, nicht
nur ein Tag ist vergangen, sondern gleich drei oder vier, ohne daß man es
bemerkt hätte. Dann wieder das Verehrung eines Neuen Tag, aber vermutlich wird auch der
aus dem Gleis geraten, die Dekadenz der Neuzeit hat den Neuen Tag erheblich beschädigt. Austerlitz ist recht zu geben, die Zeit ist nicht zu verstehen, nur ein Gott vermöchte das.
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