Freitag, 2. Februar 2024

Schlaf

 und Wachen

 

In der Nacht kam er kaum zur Ruhe, so daß er in aller Frühe aufbricht  und sich ziellos auf den Weg macht in der Leopoldstadt, der inneren Stadt und  in der Josefstadt. Genaueres über seinen Schlaf erfährt man nicht, da ist sein polnischer Kollege deutlich detaillierter. Eine mörderische Nacht stand ihm zuvor, er konnte nicht schlafen. Die verschiedensten Dinge gingen ihm durch den Kopf. Er rauchte Zigaretten, weiter geschah nichts. Er konnte nicht schreiben, nicht einmal lesen. Er hätte Zyta schreiben können, aber das wollte er nicht, wollte sie nicht deprimieren, sie mit seinem krankhaften Zustand behelligen. Um drei Uhr morgens öffnete er ein Flasche mit einem halben Liter Vogelbeerwein, trank ihn in kleinen Schlucken und rauchte dazu Zigaretten. Und legte sich aufs Bett. Alpträume quälten ihn, er ängstigte sich, eine schreckliche Nacht. Angespannte Lippen, die er zurückhalten mußte, ein heißes Fieber schien ihn zu quälen. Er schlief ein gegen sechs in der Frühe. Gegen halb sieben weckte ihn der Hausmeister.

  

Donnerstag, 1. Februar 2024

Schlimm

Noch schlimmer

Der Bau dieser singulären, schrecklichen architektonischen Monstrosität mit Namen Brüsseler Justizpalast ist in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts in Angriff genommen worden. In dem mehr als siebenhunderttausend Kubikmeter umfassenden Gebäude gibt es Korridore und Treppen, die nirgends hinführen und so gut wie nie von irgend jemand betreten worden sind. Zustimmende und zugleich tröstende Worte: Ein welterfahrener polnischer Literat sieht in seinem Land die Situation des fraglichen Bauwerks ein klein wenig positiver: Paskudna budowla: ein schreckliches Bauwerk der Justizpalast, aber: trochę ładnieijsze niź Pałac Kultury i Nauki w Warszawie: immerhin noch ein wenig erträglicher als der Palast für Kultur und Wissenschaft in Warschau.