Unerwartet
Kafka kennt auch freundliche Momente, man hatte sie bei ihm eigentlich nicht erwartet. Diesmal war es eine kleine Gesellschaft am Abend beim Tee. Ein Vogel unflog sie, ein Rabe, zupfte den Mädchen die Haare und tauchte den Schnabel in die Tassen. Die Mädchen kümmerten sich nicht um Kafka, sangen und lachten, da sang und lachte er mit. Nur wenige Tage später fand er sich auf einer erhöhten Terasse unter einem von Säulen getragenen Dach. Drei Stufen führten zum Garten hinab. Vollmond war und eine warme Juni Nacht. Alle waren sehr lustig, wir lachen über alles, wenn in der Ferne ein Hund bellte, lachten wir darüber. Man kann von einem entspannten Leben sprechen. Alsbald aber ändert sich schon die Sachlage, ein Wächter macht plötzlich seine Runde, was aber haben wir mit ihm zu tun?
Donnerstag, 3. Oktober 2024
Entspannt
Dienstag, 1. Oktober 2024
Dunkel
Dwa

Das Gebäude ist riesengroß, die Zahl der Beamten läßt staunen, ich öffne das Haus, niemand ist zu sehen. Wo sind all die Beamten hin, wo sind sie geblieben? Es handelt sich wohl aus besonderen Anlaß, aus besonderen Grund, daß sich alle in die zweite Etage zu einer Besprechung zu versammeln. Falsch, ich öffne die Tür zur zweiten Etage, niemand ist anwesend, in der dritten und vierten Etage ist es nicht anders, überall Stille. Durch eine Öffnung in der vierten Etage kann man auf das Dach klettern. Auch hier war zunächst nichts und niemand zu erkennen. Aber dann war jemand anwesend. Ich ging auf ihn zu und gesellte mich zu ihm, mit anderen Worten: doszedłem do niego i stanałem za nim. Er stand hinter mir, er trug einen schwarzen Anzug und einen schwarzen Hut. Ich wußte nicht recht was tun, man hörte ihn nicht. Er drehte sich um und wir standen Gesicht zu Gesicht. An weiteres kann ich mich nicht entsinnen, nur, daß auch seine Augen dunkel waren.
Sonntag, 22. September 2024
Navajos
Verschiedenheit der Menschen

Um die Amerikaner hatte er sich wenig gekümmert, um die amerikanischen Indianer noch weniger, er beachtet die gar nicht. Das ist bei Kafka ein wenig anders. Er war vielleicht siebzehn Jahre alt, ein Indianerbuch fällt ihm in die Hände, sein Interesse bleibt aber gering, den Indianerstamm erkennt er nicht, mithin auch nicht das Verhalten der sogenannten Rotheute oder die Indianersprache, die keineswegs leicht zu erlernen und zu sprechen sind. Einige Worte fielen ihm auf, er merkte sie sich so gut wie möglich, Eindruck haben sie ihm letzten Endes aber so gut wie nicht gemacht. Und dann schaut man in The Navajo Language von Young and Morgan und fragt sich hilflos, wie man das, diese Sprache denn verstehen soll. Spaziergänger trifft man auf der Insel im Teich, sie sind still, man hört sie nicht.
Mittwoch, 4. September 2024
Pijana kobieta
Dienstag, 3. September 2024
Indigene Völker
Den Tod nicht meiden
Die Amerikaner interessieren ihn nicht, noch weniger die sogenannten Wilden, die er nicht kennenlernt. Das ist bei anderen anders, zumal die von Karl May dem Publikum vorgeführten Indigenen seit jeher entzücken. Es ist bei allen Stämmen das gleiche. Die Indigenen selbst sehnen sich nach dem Tod, heißt es, richtiger ist aber wohl, daß sie den Tod nicht fürchten, und auch das ist wohl nicht ganz zutreffend. Sie verlangen nicht den Tod, der Tod verlangt sie, wie letzthin uns alle, die Indigenen bei ihrer Lebensform freilich umso mehr. Die Wilden, um bei dieser Benennung zu bleiben, haben Freunde, anders gesagt Genossen, der von diesen Genossen angeblich wahrgenommene Gestank wäre ein förderlicher Gestank, tatsächlich aber wohl ein Aroma der Wahrheit. Der ganze Stamm könnte friedlich im Grase liegen, als würde nichts geschehen. Die Angst ist sicher nicht verschwunden aber in keiner Weise sichtbar für die anderen.
Montag, 2. September 2024
Eheleben
Suka

Auch unter Literaten ist das Eheleben nicht immer nur sanft, geschweige denn unter der hart arbeitenden Bevölkerung. Gdzie ona, gdzie ta suka, wo ist sie, wo ist die Nutte, erkundigt sich Kasiuk bezüglich seiner Ehefrau, zu einer sachbezogenen Antwort kommt es nicht, nur zur Wiederholung der Frage: Gdzie ta suuuuuuka? Kasiuk ist parat zu einer umfassenden Zerstörung, er greift zum Beil, Peresada, eher klein aber flink und ungehört gewieft, greift zum emporgehaltenen Stuhl, der ihn absichert. Die Zuschauer sind entzückt. Als der erste Stuhl zerstört ist, greift Peresada zum nächsten et cetera, seine Technik ist frappierend. Du Sau du, läßt Kasiuak wissen, gemeint ist weiterhin seine Frau. Ein Junge schaut längere Zeit schon still und ohne Rührung vor sich hin, eine wichtige Gestalt, das Geschehen ermuntert ihn keineswegs. Du Nutte, klingt es auch jetzt noch, aber Kasiuk ist erkennbar erschöpft, no to fairant, jetzt aber Feierabend, verordnet Peresada, der die Lage erkennt. Die nicht geringen Kosten, die für Kasiuk anfallen (zersplitterte Stühle und anderes), sind noch nicht berechnet.
Sonntag, 1. September 2024
Rätselhafte Hand