Sonntag, 30. November 2025

Geboren und gelebt

und gestorben

 

Geboren und gestorben, zuerst geboren, dann gelebt und dann gestorben, Ausnahmen gibt es nicht, obwohl immer wieder Ausnahmen gewünscht wurden. Jesus und die an ihn Glaubenden waren zunächst voller Hoffnung und sind es noch immer, andere haben die Hoffnung an Jesus inzwischen aufgegeben. Jesus war nicht der einzige, der auf ein ewiges Leben hoffen ließ, viele hoffen noch und sind sich seiner sicher. Die Neugeborenen wissen zunächst noch fast nichts, die Gestorbenen wissen gar nichts, weil sie tot sind und daher nichts mehr wissen können, die mal wahren, sind nicht mehr. Die Toten, sofern sie nicht mehr leben, sind bald vergessen, weil auch die, an die sie dachten, inzwischen vergessen sind. Das Leben ist kurz, einige sind schon tot zur Welt gekommen, andere leben länger, vielleicht lang, soweit man das als lang ansieht. Lange lebte niemand und nichts in der Welt, dann fingen einige Tiere an zu leben, dann andere Tiere, dann schließlich Menschen, parallel dazu immer die Gestorbenen. Immer wieder hat man nachgedacht, immer wieder nichts gefunden, nichts  Verständliches zeigt sich, immer wieder wird es so bleiben, hilflos.

Montag, 24. November 2025

Menschen

so und anders

Beatrice ffrench Salkeld Behan (1926-1993) - Find a Grave Memorial       

Wenn man die Tiere beiseite läßt, kann man sich um die Menschen, die Frauen und die Männer kümmern, die Frauen sind besonders im Auge zu behalten, sie sind es wert, das wissen die Männer. Wünschenswert wäre es, alle zu lieben, das ist aber bei weitem nicht der Fall, es ist nicht möglich, wie könnte es Haß, Verachtung und andere Dinge dieser Art geben, wenn es nur die Liebe rundum gäbe. Jesus soll, so hört man, in diese Richtung für die Liebe gearbeitet haben, weitgehend aber ohne Erfolg, man kann allenfalls kleinere Erfolge vorzeigen. Man schaut auf sich selbst, wie könnte man es besser machen? Man sollte es jedenfalls versuchen. Man spricht vom Bösen, man spricht von Mord und von Todschlag, all das muß unterbleiben, man soll so freundlich sein, wie nur möglich. Kann man wirklich die Tiere aus dem Spiel lassen und nur die menschlichen Tiere zulassen? Das ist nicht denkbar, an den Tieren, den menschlichen und den anderen, lernt man die Freundlichkeit, nur Menschen und keine anderen Tiere, das wäre bald das Ende des Daseins. 

Liebe

und Krieg 

 

Die Hunde lieben ihren Herrn oder ihre Frau, weitere Menschen kennen die Hunde kaum, es können aber einige doch Freunde werden, auch andere Menschen können ihnen nahe kommen, die Hunde bleiben vordringlich aber bei ihrem Herrn oder bei ihrer Frau. Die Katzen sind zurückhaltender, es dauert, bis sie eine Frau oder einen Mann lieben, sie bleiben ihnen dann aber für immer treu. Selten, aber immerhin, kann eine Katze auch einen Hund lieben, der Hund dann die Katze. Die Menschen lieben auch einander, Frauen und Männer, aber längst nicht alle lieben einander, nicht selten hassen sie den einen oder die andere. Es schien so, als würden die Menschen einander weniger hassen, ein friedlicheres Leben schien zu beginnen, es ist immer noch ein wenig friedlich, aber nicht mehr so friedlich, wie man angenommen hatte. Der Herrgott kam auch zu Worte, er hatte sich umbringen lassen, um dann wieder aufzuerstehen von den Toten, viele leben noch in diesem Glauben. Es sieht aber nicht gut aus, wo Frieden das Übliche sein sollte, sieht es überall nach Krieg aus, die Menschen sind für einen längeren Frieden nicht geeignet, es muß wieder Krieg werden, Krieg hier und Krieg da, das scheint alle aufzumuntern. Die Hunde und Katzen bleiben so, wie sie es gewohnt sind, einige Menschen lieben, die anderen lieben nicht. Für die Menschen ist der weitere Verlauf nicht durchschaubar.

Sonntag, 23. November 2025

Soll man

lesen?

Edward Stachura - Filmweb 

Soll man Bücher lesen? Was hat man davon, wenn man Bücher liest? Seit wann kann man Bücher lesen? Bücher schreiben, so daß man sie lesen kann, fing ungefähr gleichzeitig mit Christi Geburt an, zuvor hatte man das Lesbare aber schon unter die Interessenten gebracht. Vieles wurde gelesen, die meisten konnten aber nicht lesen, später erst waren alle aufgefordert, das Lesen zu erlernen, des meisten ist das gelungen, aber nicht allen. Warum will man lesen? Viele lesen grad noch die Zeitung und nicht mehr und das nicht jeden Tag, die wahren Leser sind die Buchleser. Die Buchleser sind wiederum nicht ein und dieselben, die einen lesen anspruchsvolle Bücher, die andere mit Vorliebe wertlose Bücher, man weiß aber nicht zuverlässig, was anspruchsvolle und was wertlose Bücher sind. Einige werden Franz Kafkas Bücher zu den wertvollen zählen, andere Louise Pennys Bücher. Wie verbringt man den Tag, wenn man nicht lesen kann oder nicht lesen will? Viele interessieren sich mehr für ein Smartphone als für ein Buch. Johan Wolfgang Goethe hat man mit deutschen Büchern kennengelernt, kennengelernt hat man auch Marek Hlasko, den man inzwischen nicht allein polnisch, sondern auch deutsch lesen kann, er war noch keine vierzig Jahre alt, als ihn schon der Alkohol zerstört hatte. Noch müssen die Buchleser keine Angst haben, daß man ihnen das Lesen nicht läßt.

Groß und klein

stark und schwach

 

Man sieht einen winzigen schwarzen Fleck auf dem Boden, man will den Fleck beseitigen, der Fleck bewegt sich plötzlich nach links und dann nach rechts, man schaut genauer hin, es ist ein Tier, ein Käferchen, man sieht es, hören hört man nichts, der winzige Käfer läuft nach links und dann nach rechts  und dann in die Luft, er kann, was man nicht erwartete hatte, auch fliegen, nun sieht man nichts mehr von ihm, er ist verschwunden. Die Elefanten zählen nicht zu den winzigen Tieren, sondern im Gegenteil zu den größeren Tieren, sie sind geradezu groß, das größte aller Tiere ist unter Wasser, es ist der Blauwal. Die Menschen sind also in der Welt der Lebewesen nur klein und nebensächlich, sie sind allenfalls mittelgroß, auch die Schimpansen sind kaum größer. Die Größe ist aber nicht in jeder Hinsicht entscheidend, vielmehr das Denken und Tun im richtigen Augenblick.

Freitag, 21. November 2025

Leben

nach dem Tod 

Banon is such a quaint village and a delightful spot to visit, especially  if you're drawn to history, cheese, and charming landscapes. Strolling  through Banon's narrow, winding streets and you'll encounter beautiful Die alte Kirche - Gemeinde Borchen

Man ist tot, lebt aber noch, bald ist man wieder unter den Lebenden, das hat man von Jesus gelernt, überraschend viele glauben das unverzagt, fast die Hälfte der derzeit Lebenden erwarten für sich ein ewiges Leben. Hat man schon einen Auferstanden getroffen? Bislang wohl nicht. Menschen sind gestorben, man sieht sie noch auf dem Friedhof und dann nicht mehr. Teilweise werden die Leichen gleich mit ihrem Einverständnis verbrannt, das ewige Leben leidet darunter nicht, so hört man, einige, und das ist die Mehrzahl, stellen nach dem Leben den Tod fest. Nietzsche hatte uns vom ewigen Leben befreit, nicht alle halten das für Wahr, und sie wollen es auch nicht. Es ist auffällig, daß die an das ewige Leben glaubende sich so gut wie ausschließlich um die Menschen kümmern und nicht um die Tiere, auf die ja ohnehin der Tod wartet. Warum aber hat der Herrgott so gedacht, und sich nur um die Menschen und nicht auch um die Tiere gekümmert? Vermutlich wurde der Herrgott in dieser Frage von den Menschen übersehen, die Menschen hören über sich zuviel und über die Tiere zu wenig. Ungern sehen die Menschen die Schimpansen oder auch die Oran Utan, die den Menschen an Größe und Klugheit ähnlich sind, die Schimpansen haben ein wenig vom ewigen Leben gehört, sie fragen sich, ob auch sie, die Schimpansen, das ewige Leben erwarten können.

Donnerstag, 20. November 2025

Welt ohne Welt

Wirrwarr

 

Man war es gewöhnt, das nichts war, mithin wußte man von nichts, man wußte von nichts, weil es auch und ganz besonders vom Nichts nichts war. Das ewige Nichts. Das Nichts ist so gut wie nicht verständlich, daher wird auch gern ein wenig vom Etwas erlebt, das ist aber erst möglich, wenn nicht mehr allein das Nichts das Sagen hat. Plötzlich lebt man ohne Vorbereitung im Etwas, man muß herausfinden, worin das Etwas besteht, man muß sich beeilen, das Etwas zögert nicht, man ist nun vom Nichts zum Jetzt gelangt, das Jetzt ist nicht wie erhofft die Ewigkeit, auf die Ewigkeit hat man keinen Einblick, man muß hinnehmen, was möglich ist, man muß zufrieden sein, wenn man nicht stirbt, bevor man lebt. Hervorragende Fachleute wissen und erklären alles, es lohnt sich nicht, ihnen zuzuhören. Je mehr man weiß, umso weniger ist das Wissen, das Wissen schmilzt. Ständig hört man, was man Neues erkundet hat, es ist aber nur wenig, es lohnt nicht. Die Tiere, die nichts wissen und nichts wissen wollen, wissen noch am meisten. Die Erkundung der Welt ist ein Fehlschlag. Der Herrgott soll nicht erwähnt werden. Alle sollen naturgemäß ihre Freude haben.