Donnerstag, 30. Mai 2024
Hinter der Theke
Montag, 6. Mai 2024
Ureinwohner
Navajos und andere
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Für Amerika, die USA, hatte er sich nur für eine kurze Zeit interessiert und dann wieder, als er seine nach dort ausgewanderten Verwandten besuchte, mit den amerikanischen Ureinwohnern hatte er während des letztlich nur kurzen Aufenthalts keinerlei Kontakt. Man weiß auch nicht, ob ihm das Interessierte. Die Ureinwohner bilden keine Einheit und sind sich untereinander keineswegs durchweg freundlich gesonnen.
--Wir haben es, unter anderem mit einer lupenreinen Navajofrau zu tun. Sie glaubt, ihr krankes Kind könnte durch den herbeizuführenden Tod eines anderen Menschen gerettet werden, der Getötete tritt an die Stelle der vom Tode verfolgten. Die Mutter ist allein auf das Denken der Navajo angewiesen, ein anderes Denken und Leben kennt sie nicht.
--Chee ist seinerseits ein Navajo, der als Navajo Tribal Police neben der Navajosprache auch die englische Sprache beherrscht. Er geht seinem Beruf als Polizist nach und will gleichzeitig ein religiöser Navajo-Sänger werden. Man könnte sagen, Chee ist zu siebzig Prozent ein Navajo, zu dreißig Prozent ein Amerikaner
--Leaphorn: Er pflegt als Navajo ein amerikanisch-europäisches Verhalten, kennt sich aber im Verhalten der Navajos nicht weniger aus. An den Ritualen seiner Landsleute nimmt er nicht teil. Man könnte urteilen, er ist zu fünfzig Prozent ein Amerikaner und zugleich ein Navajo.
Die um ihr Kind bangende Navajofrau,
Chee der Polizist, Leaphorn sein Vorgesetzter, wie jede Treppe kann man auch
diese nach oben oder aber zurück nach unten begehen: Leaphorn, Chee, Navajofrau.
Bezhig animosh: ein Hund, bezhig ma:iignan: ein Wolf, niizh migiziwag: zwei Esel: keineswegs die Sprache der Navajo, sondern die eines anderen, weit entlegenen Stammes, die Sprache der Anishinaabe oder auch der Ojibwe. Louise Erdrich blickt zurück auf einen deutsch-amerikanischen Großvater und parallel dazu auf einen Ojibwe-Großvater. Anishinaabe beherrscht sie nur eingeschränkt, ihre Töchter sind weiter vorgeschritten. Die Zahl der indigenen Sprachen in Amerika ist kaum zu überblicken.
Vom Schlaf

Freitag, 3. Mai 2024
Auf dem Feld

Mittwoch, 24. April 2024
Zum Tod
Die Suche

Sebald starb am 14. Dezember 2001 im Alter von 57 Jahren bei einem Autounfall in der Nähe seines Wohnorts. Die Untersuchung der Todesursache ergab, daß er einen Herzinfarkt erlitten und den Wagen nicht mehr gelenkt hatte. Stachura hat ein Bild hinterlassen, das ihn läßig angelehnt an ein Auto zeigt, ein Auto, das aber nicht das seine ist und das er nicht fährt und wohl auch nicht zu fahren versteht. Wo immer es auch hingeht, er verläß sich auf die Bahn oder andere gängige, von ihm genutzte Verkehrsmittel. Viele Fahrten in viele Länder, das ist eine Besonderheit seines noch jungen Lebens, das und der nahezu tägliche Briefaustausch mit Zita, seiner Ehefrau. Auch bei zunehmender Seßhaftigkeit wird es, so die Erwartung, nicht anders sein. Es zeigt sich aber, daß zu Haus das Leben zu zweit ein anderes ist. Zita trennt sich bald von ihm, Einzelheiten kennt man nicht. Stachura begibt sich bald auf die Suche nach dem Tod, ohne ihn gleich zu finden. Er weicht dem sich nahenden Zug nicht aus und ramponiert sich die rechte Hand. Er lernt schnell, mit der linken Hand zu schreiben, und es scheint, als würde er sich unter der Obhut der Mutter wiederfinden. Bei einem geplanten Kurzaufenthalt in seiner Warschauer Wohnung erhängt er sich. Zita hat nicht darüber gesprochen und jegliche Auskunft über Stachura verweigert. Auch Sebalds Verwandte haben nach seinem Tod über ihn wenig preisgegeben
Samstag, 13. April 2024
Ungute Zeit
Er hoffte, durch eine Ortsveränderung über eine besonders ungute Zeit hinwegzukommen, man kann bestätigen, daß ihm das nicht gelungen ist. An Nachdenken und Vorbereitung fehlt es offenkundig. Hat er Bücher mitgebracht, die ja im Notfall immer ein wenig über die Langeweile hinweghelfen können? Bücher werden nicht erwähnt. Hatte er überhaupt irgendetwas geplant? Wir jedenfalls erfahren es nicht. Was hatte überhaupt die sogenannte ungute Zeit hervorgerufen, und woraus besteht sie? Jeden Morgen macht er sich in aller Frühe auf seine ziellosen Wege, die ungewollt immer auf den gleichen Ablauf und das gleiche Ziel hinauslaufen. Die Einkehr in Kaffeehäuser und Gastwirtschaften sind noch das gelungenste. Er bemerkt erst jetzt, daß er die ganze Zeit eine Plastiktasche voller unnützer Dinge mit sich herumträgt und sein Schuhwerk bereits völlig aufgelöst ist. Entsetzt über sich selbst, spürt er eine gewisse Genesung und verläßt das Wiener Hotel, um nach Venedig zu fahren. Eine Ortsveränderung der erlebten Art hat er vorher nicht gemacht und wird es ein zweites mal nicht machen. Ein einsames und lehrreiches Erlebnis, die zweite Reise nach Venedig sieben Jahre später gewinnt einen ganz anderen Charakter und ist nicht vergleichbar.
Samstag, 6. April 2024
Philosophische Glaubensfragen
