Donnerstag, 2. Februar 2012

Zu zweien

Aus dem Schattenreich
Kommentar

Le pauvre François, sagte sie selbstvergessen und meinte dann, zu mir wieder hersehend, sie habe in ihrem nicht unbeträchtlichen Leben eine ziemliche Anzahl von Männern – des näheren, wie sie mit spöttischem Gesichtsausdruck hervorhob – kennengelernt, die sämtlich auf die eine oder andere Art von sich eingenommen gewesen seien. Jeder dieser Herren, deren Namen sie, gottlob, größtenteils vergessen habe, sei lediglich nur ein ungehobelter Klotz gewesen, wohingegen man sich einen umsichtigeren und unterhaltsameren Kompagnon einfach nicht habe wünschen können als den von seiner inneren Einsamkeit nahezu aufgefressenen François. Das Leben mag ekelhaft sein, fügte sie nach längerem Schweigen hinzu. Gut, es ist ekelhaft, aber es ist nicht mehr so arg, wenn man es zu zweien sagt, denn das Gefühl, das einen zersprengt, stößt an den andern, wird durch ihn gehindert, sich auszubreiten, und sicher sagt man sich als Mann: Wie hübsch sie ekelhaftes Leben sagt und mit dem Fuß aufstampft dabei. Das dürfe ich im übrigen nicht so wörtlich nehmen, sagte sie mit einem Lächeln, mit dem Fuß aufzustampfen habe nie zu ihren Gewohnheiten gehört, sie mache nur rhetorischen Gebrauch von dieser als weiblich, mädchenhaft geltenden Geste. Die Welt sei auch zu zweien noch traurig, aber doch gerötet traurig, und ist denn, fragte sie noch, lebhafte Trauer von Glück so weit? 

Keine Kommentare: