Montag, 7. Februar 2011

Augenmerk

Aus dem Schattenreich
Kommentar
Von derlei unguten Beobachtungen und abstrusen Ideen angegriffen, war ihm mit einemmal, als sei er in diesem Kreis dieser ihre Morgenkollation einnehmenden, ganz mit sich selbst beschäftigten Gespenster unversehens jemandem in den Blick gekommen, und tatsächlich fand er zwei Augenpaare auf sich gerichtet. Diejenigen, denen sie angehörten, lehnten an der Theke ihm gegenüber. Der eine hielt das Kinn in die rechte, der andere in die linke Handfläche gestützt. Wie ein Wolkenschatten über ein Feld, so legte sich über ihn die Befürchtung, daß ihm die beiden jungen Männer, die, wie er sich nicht nur einbildete, zu ihm herüberschauten, seit seiner Ankunft in dieser Stadt mehrfach schon über den Weg gelaufen und daß sie auch in der Bar am Flußufer unter den Gästen gewesen waren. Wie, rief er, der Vielgereiste, plötzlich. War etwas vergessen? Ein entscheidendes Wort? Ein Griff? Eine Handreichung? Sehr möglich. Höchstwahrscheinlich. Ein grober Fehler in der Rechnung, eine grundverkehrte Auffassung, ein kreischender tintenspritzender Strich durch das Ganze. Wer kann in das Wirrsal eindringen? Verdammte tropische Luft, was machst Du aus mir. Wer stellt das richtig? Wo ist der Mann, es richtig zu stellen. Wo ist der gute alte landsmännische Müller aus dem Norden, der die zwei grinsenden Kerle drüben zwischen die Mühlsteine stopft?

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